Danièle Gubler kickt für Bern gesund

Danièle Gubler hat die Frauen zurück zum FC Bern gebracht – und dies mit einem komplett neuen Team. Für uns eine ideale Wahl als Botschafterin für Bern gesund.

 

Der FC Bern hat eine lange Geschichte mit Frauenfussball. Das erste Frauenteam wurde 1970 – im Jahr des offiziellen Starts vom Frauenfussball in der Schweiz – in den Verein FC Bern aufgenommen. Zwischen 2005 und 2009 wurde aus den FC Bern Frauen der Verein FFC Bern bevor er im Rahmen einer Professionalisierung als BSC YB Frauen komplett im Verein der Young Boys integriert wurde. Damit verlor der FC Bern 2009 seine geschichtsträchtigen Frauenteams.

Als Danièle Gubler im Sommer 2012 ihr Frauenteam bestehend aus Freundinnen, Bekannten und Fussball-interessierten jungen Frauen zusammenstellte und beim FC Bern eingliederte, wurde die alte Tradition der FC Bern Frauen wieder aufgenommen. Seit 5 Jahren spielt das Team in der Frauen 4. Liga und steht diesen Sommer als Tabellen-Zweiter kurz vor dem Aufstieg. Wir haben die engagierte Gründerin der FC Bern Frauen getroffen.

Danièle Gubler, Psychologiestudentin, 25 Jahre, Bern

Fühlt sich auf dem Neufeld mittlerweile pudelwohl: Danièle Gubler.

Danièle Gubler, wie bringt man seine Freunde dazu ein Team zu gründen?

Die Vorgeschichte beginnt in der Alternativliga, wo ich und eine Kollegin vorher spielten. Unser Ziel war es, mehr als nur 3-4 Spiele pro Saison zu bestreiten und ambitionierter zu trainieren. Per Zufall ergab sich ein Gespräch mit dem früherem Trainer und damaligen Sportchef des FC Bern Armin Thalmann. Er machte uns das Angebot, unser Frauenteam beim FC Bern aufzunehmen. Danach war alles nur noch Mund-zu-Mund-Propaganda. Ich war total motiviert und habe alle Frauen in meinem Umkreis angefragt, ob sie Lust hätten dabei zu sein. Die Reaktionen waren positiv, viele fanden es spannend, ein Team zu gründen und zu schauen wohin es führt. Unser erster Trainer war ein Freund von mir, der mir während eines Abends sein Interesse bekundete. Grundsätzlich habe ich niemanden überzeugt. Ich habe mein Umfeld vielleicht etwas mit meiner Motivation angesteckt.

Wie würdest du die Entwicklung des Teams beschreiben?

Am Anfang war es ein Freundeskreis, der einem gemeinsamen Hobby nachgeht. Mit der Zeit haben sich aber einige Frauen zurückgezogen, denen drei mal Fussball pro Woche zu viel wurde. Dann kamen neue Spielerinnen dazu, die ich kannte oder auch nicht. Mit der neuen Durchmischung wurden wir als Team immer ambitionierter. Geblieben, diejenigen, die ambitionierter waren. Die Entwicklung verlief vom Spassteam, in dem man sich schon freute, einmal weniger als zehn Gegentore zu kassieren (lacht), zu einem Team, das Liga-Ambitionen hat und aufsteigen will. Dieser Wechsel geschah auch mit neuen Trainern, die mehr von Fussball verstanden und wussten, wie wir trainieren mussten, um erfolgreich zu sein.

Wie spürt man diese veränderten Ambitionen im Team?

Zu Beginn ging es klar nur darum, gemeinsam Fussball zu spielen – und dies mehr als drei mal pro Saison. Damals gings nie wirklich ums Gewinnen. Wir waren froh, wenn wir genügend Spielerinnen für die Spiele aufbieten konnten. Mittlerweile haben wir Liga-Ambitionen. Wir wollen den Aufstieg in die 3. Liga schaffen. Die Spielerinnen kommen heute ins Training, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Das Schönste wäre, den Aufstieg zu schaffen. Wie es danach weiter geht, ist noch ungewiss. Wichtig ist mir, dass unser Engagement nachhaltig bleibt. Dazu gehört auch, dass irgendwann jüngere Spielerinnen übernehmen. Dazu braucht es aber erst einmal ein Juniorinnen-Team. (jz)

Von der Hobby-Fussballerin zur Teamgründerin: Danièle Gubler machts vor.


Nachtrag: Aufstieg!
Die FC Bern Frauen konnten den Aufstieg in die 3. Liga Ende Saison 2016/2017 und somit Danièle Gublers Traum verwirklichen.

Torhüterin gesucht
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