Ernährung und Diätetik an der BFH: „Die Tätigkeitsfelder sind enorm vielfältig“

Die Bachelor-Studienplätze für „Ernährung und Diätetik“ an der Berner Fachhochschule sind sehr begehrt. Bern gesund hat sich mit der Dozentin Andrea Räss-Hunziker über die möglichen Gründe für dieses Interesse unterhalten und einiges über den Studiengang erfahren.

Andrea Räss-Hunziker, Dozentin Ernährung und Diätetik BFH

Bern gesund: Welche Gründe gibt es, Ernährung und Diätetik an der Berner Fachhochschule (BFH) zu studieren?

Andrea Räss-Hunziker: Ein ganz grosser Vorteil dieses Studiums ist es, dass man mit dem Bachelor-Diplom ein Berufsausübungs-Zertifikat in Händen hält. Man kann damit also direkt in die Arbeitswelt einsteigen. Darauf wird man natürlich auch fundiert vorbereitet. Denn in fünf von sechs Semestern gibt es Praktika, die zum Studienplan gehören. Dabei versuchen wir die Studierenden in möglichst alle Berufsfelder reinschauen zu lassen, in denen sie später arbeiten können.

Wo kann man nach einem abgeschlossenen Studium arbeiten?

Etwa 70 Prozent unserer Absolventinnen und Absolventen arbeiten nach ihrem Abschluss in Spitälern und (Rehabilitations-)Kliniken. Weitere Berufsfelder sind Ernährungsberatungsstellen, die Gesundheitsförderung oder auch die Industrie und Forschung. Sie liefern einen Beitrag zur Entwicklung von neuen Produkten für die Bedürfnisse von Gesunden und Kranken. Und einige wenige gehen in die Forschung oder kommen als Lehrpersonen an die BFH zurück. Das Feld ist also sehr breit. Absolventinnen und Absolventen unseres Studiengangs finden in der Regel innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach dem Abschluss eine Anstellung, denn es gibt mehr Stellen als diplomierte Ernährungsberaterinnen und -berater.

Welche Voraussetzungen müssen oder sollten Studierende der Ernährung und Diätetik mitbringen?

Neben den persönlichen Eigenschaften wie Interesse an der Thematik, Empathie- und Kommunikationsfähigkeit muss vor dem Studium auch ein zweimonatiges Pflege-Praktikum absolviert werden. Nach dem Studium folgt dann ein zehnmonatiges Praktikum im Bereich der Ernährungsberatung selbst. Erst danach gibt es das Bachelor-Diplom. Formal gelten dieselben Anforderungen wie bei jeder anderen Fachhochschule auch: Gymnasiale, Berufs- oder Fachmatur sind zwingend. Zudem muss das zweistufige Zulassungsverfahren bestanden werden. Es sind nur 55 bis 60 Studienplätze vorhanden bei ca. 150 bis 180 Bewerbungen.

Welche sind Ihre persönlichen Beweggründe Ernährung und Diätetik zu lehren und sich so intensiv mit diesem Thema zu befassen?

Nun, mittlerweile bin ich seit 20 Jahren in diesem Beruf. Was mich seit jeher daran fasziniert: Es ist eine Disziplin, die sich unglaublich schnell weiterentwickelt. Was gestern noch als richtig angesehen wurde, kann morgen schon komplett überarbeitet worden sein. Und es ist eine interprofessionelle Wissenschaft, was auch zu ihrer Lebendigkeit beiträgt. Ausserdem sind die Tätigkeitsfelder wie schon angemerkt enorm vielfältig; da findet jede und jeder etwas Passendes für sich. (mg)


Bachelorstudiengang Ernährung und Diätetik an der Berner Fachhochschule BFH: Die Anmeldefrist für das Herbstsemester 2017 ist abgelaufen. Die nächste Infoveranstaltung findet statt am 13. September 2017, 16:00 bis ca. 18:45 Uhr.