Parkour ist die Kunst der effizienten Fortbewegung. Im öffentlichen Raum sind die Traceure diejenigen, die über Mauern klettern, Treppen hochhüpfen und über Gräben springen. Hinter dieser Sportart steckt aber weit mehr als der Spass an der Bewegung und viel frische Luft – es ist eine Lebensphilosophie. Bern gesund besuchte den Parkourprofi Ramon Siegenthaler beim Training für Kinder im Wankdorf.
Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht: der Parkourprofi und professionelle Parkour-Trainer Ramon Siegenthaler.
Das Team von ParkourONE und Bern gesund haben etwas gemeinsam: beide setzen sich für die Freude an der Bewegung ein. Beim Parkour geht es nicht ums Joggen, Schwimmen oder Fussball spielen, sondern darum, Hindernisse möglichst effizient mit der eigenen Körperkraft zu überwinden. Sie können sich nichts darunter vorstellen? Dann hilft vielleicht dieses Video. Was unmöglich aussieht, ist eine Frage des Trainings – und der Einstellung. Darauf legt ParkourONE Mitgründer Ramon Siegenthaler besonders Wert: „Parkour ist nicht einfach eine Sportart, sondern eine Lebensphilosophie. Wir stehen für die Werte Respekt, Selbst- und gegenseitiges Vertrauen, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Vorsicht und Mut. Es geht nicht um Konkurrenz oder Wettbewerb, es gibt keine Parkour-Wettkämpfe. Unsere Bewegungsform schliesst niemanden aus, egal welches Geschlecht oder welche Hautfarbe man hat und unabhängig davon, welche sportlichen Leistungen man erbringt”, führt Ramon aus.
Mauern sind zum überwinden da und je besser die Technik, umso leichter gehts.
“Kinder überschätzen sich nie”
Das Training für Kinder findet jeweils am Montag von 16.15 bis 18.15 Uhr bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit draussen statt und richtet sich an Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Rund um den „Trainingsplatz“ sind Treppen und Mauern. Also auch hohe Mauern. Ist das nicht gefährlich? Ramon Siegenthaler lacht: “Im Parkour geht es nicht um den Wettbewerb, keiner muss dem anderen etwas beweisen. Kinder überschätzen sich nie, sie verlassen sich auf ihre Intuition und kennen ihre eigenen Grenzen genau.” Das Training beginnt und folgt dem von ParkourONE Academy entwickelten Vermittlungskonzept TRuST. Mit diesem erlebnispädagogischen Ansatz wird nicht nur die Freude an der Bewegung, sondern auch die Selbstkompetenz und das lösungsorientierte Denken gefördert. Die Kinder üben gemeinsam in Gruppen, lernen einander zu helfen und absolvieren einzelne Posten selbstständig je nach ihrem Können. Das Training macht nicht nur Kindern Spass, sondern auch Erwachsenen aller Altersstufen – so war die älteste Workshopteilnehmerin sagenhafte 90 Jahre alt. Und auch die Sicherheitskräfte der Polizei haben das Parkourtraining für sich entdeckt. (kr)
Bevor es in die Höhe geht, beginnt das Training mit dem Aufwärmen am Boden.
Und jetzt einmal Plätze tauschen - aber ohne von der Mauer zu springen. Würden Sie es schaffen?
Eine Treppe kann man gemächlich hochlaufen. Oder man macht Parkour im Team und springt sie mehr oder weniger synchron hoch.
Das Team von ParkourOne brachte ein Buch heraus, welches Lehrpersonen und Trainer Inspiration zu kreativen, bewegten Pausen für Kindern und Jugendliche bietet.
Alle Infos zum Training für Kinder in der Stadt Bern gibt es auf dieser Seite.
Jüngst reiste ein Team für die Caritas nach Gaza, den spannenden Beitrag gibts hier.
