Was macht eigentlich…

…. ein Eismeister in der KaWeDe?

Eismeister sind äusserst aufmerksam, fleissig - und wetterfest. Immer draussen, sind sie Allrounder und hegen und pflegen die Eisfläche genauso wie gestürzte Eisläufer. Wir unterhielten uns mit dem 28-Jährigen Roland Schenk über die Alltagsroutine und das perfekte Eisfeld.

Eismeister Roland Schenk bei der Eisreinigung mit der Maschine.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag als Eismeister im KaWeDe aus?
Roland Schenk: Wir arbeiten in zwei Schichten. Die Frühschicht beginnt um 7.30 Uhr, die Spätschicht startet um 13.30 Uhr. Bevor die Bahn um 9 Uhr für die Gäste geöffnet wird, räumen wir die Garderoben auf, putzen die Anlage und reinigen das Eis. Weitere Fixpunkte sind die Eisreinigungen um 12 Uhr und 17 Uhr abends. Dazwischen bereiten wir Hockeyfelder vor, bringen die Schlittschuhe in den Service und beaufsichtigen das Geschehen auf dem Feld. Und wenns tätscht, verarzten wir auch die gestürzten Schlöfler.

Das klingt sehr abwechslungsreich. Was machen Sie am liebsten?
(lacht) Die Reinigung und Bearbeitung des Eises mit der Maschine mache ich schon am liebsten.

Jetzt ist es 12 Uhr und Zeit für die Eisreinigung. Auf was achten Sie?
Es hat heute Morgen geregnet und geschneit, auf dem Eis liegt eine dicke Schicht Graupel. Das heisst, ich werde relativ viel Eis abkratzen und gleichzeitig grosszügig Wasser auftragen, um neues Eis aufzubauen.

Noch in Reih und Glied: die Stöcke für das Eisstockschiessen.

Bei welchem Wetter gibt es denn das perfekte Eis?
Eigentlich mag das Eis das gleiche Wetter wie wir: Ein leicht sonniger, windstiller, trockener Wintertag bei Temperaturen zwischen minus vier und null Grad ist ideal. Wenn es windet, wird das Eis nass – das habe ich zuerst auch nicht geglaubt, ist aber so. Schnee und Regen sind ebenfalls sehr ungünstig. Und klar, zu warme Temperaturen sind ebenfalls ein Problem. Wir haben aber technische Unterstützung: auf dem Dach sind Sensoren montiert, welche auf Wind, Temperatur und Feuchtigkeit reagieren und so wird das Eisfeld etwa bei zu warmen Temperaturen automatisch gekühlt.

Jetzt haben wir gerade bei der Eisreinigung zugesehen und uns gefragt, nach welchem Schema Sie die grosse Fläche bearbeiten?
Das macht jeder Eismeister ein bisschen anders, es gibt kein richtig oder falsch. Ich umrunde meistens zuerst die ganze Fläche, halbiere sie dann und mache immer kleinere Kreise in den beiden Hälften.

Wir wurden Sie Eismeister?
Ich bin gelernter Coiffeur, aber ich war nie wirklich glücklich in diesem Beruf. Danach arbeitete ich in der Küche und dachte über eine Lehre als Koch nach. Da machten mich Kollegen auf die ausgeschriebene Stelle beim Sportamt in Bern als Eismeister aufmerksam. Ich bewarb mich, bekam den Job und bin nun den zweiten Winter hier.

Gibt es eine Ausbildung zum Eismeister?
Es gibt keine Berufslehre, welche direkt zum Ziel führt. Das meiste Wissen lernt man «on the job» und besucht einige Kurse.

Für die Kleinen gibts bei Bedarf bunte Freunde.

Wie gut können Sie selber denn Schlittschuhfahren?
(
lacht) Auf einer Skala von eins bis zehn, wäre ich vielleicht eine vier.

Es ist also nicht so, dass alle Eismeister wie die Bademeister gut schwimmen, super Schlittschuh fahren könnten.
Nein, gar nicht. Ich würde sagen, ich bin nicht mal der Schlechteste hier (lacht). Es ist auch keine Bedingung für den Job. Als Bademeister muss man Schwimmprüfungen bestehen, als Eismeister braucht es keine Pirouetten.

Sie sind den ganzen Tag bei ziemlich kalten Temperaturen draussen unterwegs. Was ist das perfekte Outfit für einen Eismeister?
Es gibt kein perfektes Outfit, jeder macht das etwas anders. Aber lange Unterhosen sind sicher nicht fehl am Platz (lacht). Ich persönlich mag meinen Flies, damit bin ich auch bei minus zehn Grad noch gut angezogen. Einzig wenn es windet hole ich meine dicke gefütterte Jacke aus dem Schrank.


Die aktuellen Öffnungszeiten und die weiteren Infos über die Berner Kunsteisbahn KaWeDe gibt es hier.